Berlins ältester Radweg

In der Claszeile in Zehlendorf (zwischen Adolfstraße und Nieritzweg) sind 450 Meter historisches Radwegpflaster erhalten. Angelegt um 1898, damit die Radpioniere der Kaiserzeit bequemer von Zehlendorf nach Teltow strampeln konnten. Der Verkehrshistoriker Herbert Liman hat die Geschichte der Radwege für das Technikmuseum erforscht. Liman: „Der Abschnitt in der Claszeile ist das älteste erhaltene Dokument für Radwege in Berlin.“
Für Radler wurden vor 120 Jahren jeweils 50 Zentimeter am Rand der Kopfsteinfahrbahn reserviert. Markiert durch schwarzgraue Kupferschlackesteine (Kantenlänge: 16 Zentimeter). Eine große Ausnahme, denn laut Liman war Berlin für Radler damals noch „berüchtigtes Pflaster“. Nur 20 Prozent der Fahrbahnen waren asphaltiert, 40 Prozent Kopfstein, der Rest völlig unbefestigt.
Eine Radfahrerkarte von 1898 weist nur zwei weitere Radstreifen in Berlin aus: auf der heutigen Bundesallee und auf der Uhlandstraße. Anders als in der Claszeile (die bis 1934 Auguststraße hieß), ist dort der ursprüngliche Zustand nicht erhalten.

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