Das Wohnmobil (2009 – 2013)

Die erste NachtBei diesem Wohnmobil handelt es sich um einen Dethleffs I7910 Esprit. Basis ist ein Fiat Ducato mit 3 ltr. Motor (157 PS). Mit 8,38 m Länge und max. 5.000 kg zwar kein Leichtgewicht mehr, aber dank ALKO-Tiefrahmen und doppelachsigem Fahrwerk (Einzelrad-Aufhängung) dennoch handlicher und dynamischer als Beispielsweise ein LKW- Leiterrahmen mit ein- und starr-achsiger Zwillingsbereifung, womöglich mit Blattfedern wie schon die Kutschen vor über 100 Jahren!

Noch ein Wort zum Fahrzeug bzw. zur Auswahl, falls sich auch jemand so lange wie ich (ca. 2 Jahre) mit dem Gedanken des „richtigen“ Mobil quält:

Einsatzzweck: Ist es ein Ferienmobil? Dazu höchstens Oster-, Sommer- und Herbstferien? Sie brauchen nur 2 Betten und sind sonst auch recht „kompromissbereit“? Dann haben Sie eine riesige Auswahl an preisgünstigen Mobilen. Nicht warten, wenn der Bauch und Brieftasche sagt „passt“ heißt es zugreifen.

Sie haben Familie? 4 und mehr Betten werden benötigt? Sie wollen auch mal in die Winterferien? Und wie in meinem Fall, sie wollen/müssen das Mobil auch ganzjährig beruflich verwenden? Jetzt wird es schon schwieriger. Denn zum einem wollen Sie Platz und genügend Zuladung (über 3,5 t), es soll „winterfest“ sein, und dabei handlich genug, um auch an engen Stellen durchzukommen bzw. „mal schnell den Kunden besuchen können“?

Dass es für mich ein Mobil über 3,5 t werden würde, war mir klar und eigentlich auch kein Problem. Mit meinem 5 t Mobil darf ich 100 km/h fahren, dass reißt ein 3,49 t Mobil, was dann 130 km/h fahren würde, auch nicht wirklich raus.

Aber ich habe mich lange mit der „richtigen“ Wahl der Technik rumgeschlagen: Denn die meisten Mobile sind auf Ducato-Basis. Nicht nur, dass ich zu Anfang Fiat skeptisch gegenüber stand (nach einem Mietmobil war ich allerdings vom Motor begeistert), sondern das Problem sah ich im Frontantrieb. Lediglich Mobile auf Basis MB Sprinter oder Iveco bieten Heckantrieb. Das wiederum schränkt sehr die mögliche Auswahl an Fahrzeugen ein.

Ich habe in Foren gelesen, mit Händlern gesprochen, ob für meinen geplanten „Dauereinsatz“ Heck-Antrieb besser wäre, oder ob es nicht auch der Frontantrieb macht (gehofft, wegen der größeren Auswahl an Modellen). Keiner konnte eindeutig was empfehlen. Aber man kann ja selbst interpretieren: Wenn ca. 80% der Wohnmobile Frontantrieb haben, diese auch Wintercamping machen (bzw. in Skandinavischen-Ländern fahren auch nicht nur „WoMo-LKW´s“ rum), dann scheint es doch zu funktionieren?

Da ich nun auch den „Rekord-Winter“ 2010 (und 2011) durchgefahren bin, kann ich bestätigen: Kein Problem mit Frontantrieb! Im Gegenteil: Das moderne ALKO-Fahrwerk ist mit Sicherheit in vielen Fahrsituationen den „Kutschen“-Gleichen LKW-Rahmen mit Starr-Achse haushoch überlegen. Und wenn man mal Traktionsprobleme hat, dann legt man den Rückwärtsgang ein: Somit hat man einen „heckgetriebenes Fahrzeug mit Heckmotor“; mehr Traktion geht nicht.

Apropos: Ausgerechnet vor der eigenen Haustür musste ich mich mal rausziehen lassen: Da ich in ein Schneebrett am Vortag mit „Schwung“ einparkte, dazu über Nacht die warmen Reifen immer weiter einsanken, ging dann bei der Ausfahrt wirklich nichts ohne Fremde Hilfe. Aber so was macht man ja unterwegs nicht, und deshalb überhaupt kein Problem.

Mein Fazit/Tipp: Es muss nicht zwingend Heckantrieb/Zwillingsreifen sein, nutzt die unendliche Auswahl der frontgetriebenen Ducato-Basis!




10 Kommentare zu Das Wohnmobil (2009 – 2013)

  1. manfred.bortscher sagt:

    Hallo ich habe den Bericht DEIN FAHRZEUG gelesen. Wer so oft unterwegs ist darf kein Dethleffs fahren. Wenn man etwas tiefer in die Geldkiste greift bekommt man auch was ordentliches. Z.Bsp. einen Frankia I 860 auf Mercedes mit Luftfederung.

    MFG

    • Sascha sagt:

      Ja Manfred,
      aus heutiger Sicht sehe ich auch einiges anders. Aber es ist ja mein erstes Mobil, da kann man nicht gleich „ganz oben“ anfangen 😉
      Aber zu Dethleffs kann ich nichts negatives sagen, auch der Service ist super.
      Aber einen Ducato würde ich mir heute nicht mehr empfehlen …

      Grüße

      Sascha

  2. Manfred Schönberg sagt:

    Hallo
    Du hast auf der EFOY Seite Deinen Erfahrungsbericht zur Brennstoffzelle hinterlegt. Das war 2010. Wie bist Du heute mit der Brewnnstoffzelle zufrieden? Ist Dir schon eine Brennstoffzelle kaputt gegangen? Was meinst Du, wie lange so eine Brennstoffzelle hält?

    Über eine Antwort würde ich mich freuen, da ich mir gerade überlege auch eine in meinen Dethleffs einzubauen.

    Gruß

    Manfred

    • admin sagt:

      Ich kann die Efoy nur empfehlen, so ist man wirklich autark! Meine hat jetzt etwas über 2000 h auf der Uhr, läuft aber wie am ersten Tag zuverlässig und störungs- bzw. wartungsfrei.
      Lediglich die Ladeleistung ist ca. 5% weniger als neu, da die Membrane sich verbraucht.
      So gesehen sollte die Brennstoffzelle also locker das Mobil überleben 😉
      Gruss

      Sascha

    • manfred.bortscher sagt:

      Ich habe den Bericht DAS FAHRZEUG gelesen. Wenn jemand so oft unterwegs ist, dann sollte man keinen Dethleffs fahren. Da gibt es deutlich besseres, allerdings mit einem tieferen Griff in den Geldbeutel verbunden.

  3. Womoyo sagt:

    Hallo Niko!
    Natürlich ist das Alko-Fahrgestell unter den Fronttrieblern schon ziemlich gut. Im aktuellen Februar-RMI-Heft, ab Seite 76 wurden fünf identische Carthagos mit unterschiedlichen Fahrwerks-Konzeptionen getestet. Solltest du unbedingt lesen.

    Gruß
    Yo

  4. Womoyo sagt:

    Bin über deinen Promobil-Link hier gelandet.
    Ich selbst fahre ein Hymermobil S 820 auf MB 616 CDI, also einen 6-Tonner mit zwillingsbereiftem Heckantrieb. Es ist mein 6. Wohnmobil; ich habe auch Erfahrungen mit Frontantrieb. Dein Beispiel mit der Schneewehe, in der dein Dethleffs stecken blieb, zeigt einen der vielen Nachteile von Frontantrieb. Mit 4 Reifen hinten, die dank Differentialsperre auch alle gleichzeitig ziehen, wäre ich aus der Wehe einfach rausgefahren. Weiterer Pluspunkt: Ich wohne in einer sehr schmalen Wohnstraße. Mein Carport steht im 90 Grad-Winkel dazu. Mit deinem Fahrzeug (geringerer Lenkeinschlag), das etwa gleich lang ist wie meins (8,40m) kommst du da nicht rein.
    Du siehst: Jeder kauft das Womo bzw. Fahrgestell, das am besten zu ihm passt. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Hymer.
    Gruß
    Yo

    • Admin sagt:

      Hallo Yo,

      danke für Dein feedback. Sicherlich hat Heckantrieb mit Diff-Sperre Traktionsvorteile. Aber wenn ich sehe (oder mit/probegefahren bin) wie die Sprinter – & Iveco-Aufbauten schauckeln und wacken, dann zeigt doch das ALKO -Fahrwerk die Überlegenheit. Perfekt wäre beides, aber ich glaube die Symbiose von Alko mit Tandemachse und Heckantrieb auf Sprinter-Basis wurde schon wieder eingestellt (Frankia)?
      Danach kommt nur noch 6×6 auf MAN oder Zetros-Basis 😉

      Grüße

      Sascha

  5. christolaus sagt:

    Hallo Sascha,

    Glückwunsch zur neuen Seite. Was gab es denn für Probleme mit iweb?
    Gruss
    Niko

    • Admin sagt:

      Hallo Niko,
      dieser Kommentar sollte eigentlich unter dem Beitrag „Neuer Blog“, nicht zum Fahrzeug 😉
      iWeb hat oft beim Hochladen die integrierten Module, insbesondere die Blog-Funktion nicht oder fehlerhaft übertragen. Der Besucher sah dann nur „blog widget“, also den Platzhalter.
      Und wie ich inzwischen erfahren habe, wird iWeb seit Lion auch nicht mehr weiterentwickelt. Passt ja dazu, dass Apple das website-hosting auf ehemals .me heute icloud, zum 30.06.12 einstellt.

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