Der längste Tag

… ist bekanntlich der 21. Juni. Man kann ihn aber auch haben, wenn man mit der Deutschen Bahn fährt.

Das Gewühle am Hauptbahnhof München war schon die erste Hürde für so ein freiheitsliebendes Fahrrad.

Der reservierte (und viel zu knappe) Fahrradplatz war zwar verfügbar…

… und so sollte es bis Berlin durch gehen. Doch schon im fränkischen Forchheim war Schluss! Es gab einen leichten Schlag und dann griff die Notbremsung: Oberleitungsschaden!

Genauer ist der Zug in eine schon runterhängende Fahr-Leitung gefahren (die Cockpitscheibe wohl kaputt, aber der Lokführer zum Glück unverletzt). Das Problem war nun, dass das gesamte Umfeld unter Strom stand und niemand aussteigen durfte oder andere an den Zug ran kamen !

So vergingen die ersten zwei Stunden, bis endlich einer die Haupt-Sicherung gefunden hat und eine Abschlepplok (zum 450 m entfernten Bahnsteig) den ICE ziehen konnte. So ein Tumult hat der kleine Bahnhof Forchheim bestimmt selten:

Zuerst hieß es mit Bussen nach Bamberg, dann mit der S-Bahn nach Nürnberg, am Ende kam ein Ersatz-ICE nach Forchheim; wohl auch hier ein seltener ICE-Halt.

Da es aber nur ein Ersatz-ICE war, fuhr dieser nur bis Erfurt. Ab hier “entließ” die Bahn die Reisenden der Fürsorgepflicht, und man möge sich doch selbst um den Anschluss kümmern!

Durch den Oberleitungsschaden sind aber inzwischen alle Fernzüge durcheinander gewirbelt worden, sodass neben den gestrandeten aus dem Unfall-ICE noch die umherirrenden Reisenden dazu kamen, die ihren regulären Zug suchten.

Nachdem der nächst passende ICE geentert wurde, glaubte man sich in ruhiger Weiterfahrt:

Allerdings störten den Zugbegleiter das völlig überfüllte Radabteil. Also wurde ein Teil der Räder in das Behinderten-WC eingeschlossen; aber so stand mein Rad wenigsten sicher.

Aber was ist das? In Luckenwalde, also fast schon Zuhause, erfolgt wieder eine Notbremsung! Laut Durchsage ist der Hauptrechner vom ICE abgestürzt und muss neu gestartet werden; erneute Verzögerung 20 Minuten …

Dann endlich, um 21:00 Uhr war Berlin Südkreuz erreicht; außerdem war es ja noch hell!

Das die Anschluss-S-Bahn wegen Baumaßnahmen gar nicht erst fährt, ist keine Erwähnung wert. Die letzten 20 km fahre ich lieber mit dem Rad, da komme ich wenigstens berechenbar an … außerdem habe icc ja eine schöne Strecke am Teltow-Kanal entlang.

Und so endet leider schon die “Radtour” beim km Stand 476, wobei ursprünglich 360 km geplant waren. Aber es war jeden km und jeden Höhenmeter wert!

Aber mit der Verkehrswende habe ich so meine Zweifel. Ich glaube, ich spendiere meinem Auto wieder eine AHK, sodass ich mein Rad eben wieder selbst transportieren kann. Danke Deutsche Bahn für die Entscheidungshilfe!

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